Für mehr Zukunftsfähigkeit: Architekturbewertung eines CRM-Systems

Der Auftraggeber

Consorsbank

Vor zwei Jahrzehnten wurde unter dem Dach der SchmidtBank einer der ersten deutschen Discount-Broker gegründet. Was seinerzeit mit drei Mitarbeitern und einem Faxgerät begann, wurde mit Engagement und Pioniergeist auch in turbulenten Zeiten zu einer modernen digitalen Vollbank weiterentwickelt. Mit der Übernahme durch eine der größten Banken Europas im Jahr 2002 entstand die heutige Consorsbank, die Direktbank der französischen BNP Paribas für den deutschen Markt. Rund 1.000 Mitarbeiter allein am Standort Nürnberg betreuen überwiegend die deutschen Kunden. Dabei werden sie durch eine im eigenen Hause entwickelte Software unterstützt, die systematisch um neue Finanzprodukte sowie innovative mobile Banking-Dienste ausgebaut wird. Die Consorsbank gehört bereits seit dem Jahr 2000 zu den Stammkunden der develop group.

Das Projekt

Das CRM-System (Customer Relationship Management) der Consorsbank speichert zentral alle Kundendaten und bietet Funktionen, um diese zu sichten und zu bearbeiten. Darüber hinaus bietet es die Möglichkeit, komplexe und langdauernde Workflows auszuführen. Anpassungen und Erweiterungen am CRM-System müssen jeweils binnen kürzester Zeit geplant, umgesetzt und ausgerollt werden, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Aktuell finden solche Maßnahmen im Kontext unterschiedlicher Projekte statt. Dadurch entstehen eine Menge Insellösungen, die nicht auf eine gemeinsame Architektur abgestimmt sind.

Die bestehende Architektur des CRM-Systems macht es aufwendig und risikoreich, mit dem Wachstum der Bank Schritt zu halten. Zusätzliche Komplexität ergibt sich außerdem aus der Anforderung, das System auch in anderen internationalen Tochtergesellschaften der BNP Paribas einsetzen zu können und dabei die jeweiligen lokalen Besonderheiten zu berücksichtigen.

Die Consorsbank stand daher vor der Frage, ob das CRM-System dem steigenden Zeit- und Qualitätsdruck gewachsen ist oder grundsätzlich neu strukturiert werden muss. In diesem Zusammenhang war insbesondere zu klären, ob und ggf. wie das System in einzelne Komponenten zerlegt werden kann, die dann im Sinne einer Produktlinie eine Basis für unterschiedliche Varianten bzw. lokale Installationen bilden können.

Unsere Aufgaben

Die develop group wurde damit beauftragt, die Organisation der Software-Entwicklung und die Architektur des CRM-Systems zu analysieren, zu bewerten und Vorschläge zur Verbesserung der Architektur zu erarbeiten. Unser spezielles Augenmerk galt dabei der Erweiterbarkeit und Wartbarkeit der Software, wobei insbesondere die Möglichkeiten einer Modularisierung der Software über alle Schichten hinweg untersucht wurden.

Im Einzelnen haben unsere Berater

  • die Abhängigkeiten zwischen den diversen Softwarekomponenten und -services recherchiert und dokumentiert, um daraus ein Modularisierungskonzept abzuleiten.
  • Redundanzen aufgedeckt und Vorschläge unterbreitet, wie diese beseitigt werden können.
  • eine Analyse der verwendeten Basistechnologien durchgeführt und, soweit es sinnvoll und erforderlich schien, einen Migrationspfad auf andere, besser geeignete Technologien aufgezeigt.
  • die vorhandene Organisationsstruktur des Entwicklungsteams bei der Consorsbank analysiert und Änderungsvorschläge präsentiert, mit dem Ziel, eine agile Entwicklungsmethodik auf Basis von parallel arbeitenden, komponentenorientierten Teams zu etablieren.

Das technische Projektumfeld

  • Enterprise JavaBeans
  • verschiedene Application Server, darunter JBoss
  • Webservices
  • OSGi (Open Service Gateway Initiative)

Der Projektstatus (Stand: Mai 2016)

Gemeinsam mit dem Auftraggeber wurde ein Architekturkonzept erarbeitet, das die Kernfunktionalitäten des CRM-Basissystems mit Hilfe einer Abstraktionsschicht von der Datenhaltung und von den Geschäftsprozessen der Consorsbank separiert. Die eingesetzten Frameworks und Application Server wurden analysiert und mit dem Stand der Technik abgeglichen. Dabei wurden dem Auftraggeber konkrete Vorschläge unterbreitet, welche dieser Basistechnologien im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit des Systems ausgetauscht werden sollten.

Anhand einiger beispielhafter Funktionalitäten der Geschäftslogik wurde anschließend, basierend auf der neuen Architektur und den neuen Basistechnologien, eine prototypische Implementierung durchgeführt. Die Entwicklung des Prototyps wurde hinsichtlich des Aufwands untersucht, der Prototyp selbst hinsichtlich seiner Performance vermessen.

Der nächste Schritt wird darin bestehen, auf Basis der neu etablierten Basistechnologien ein geeignetes Framework zu erstellen, das den Fachexperten eine einfache Verwaltung, Modellierung und Evolution der Datenstrukturen und der Workflows ermöglicht. Dieses Framework soll anschließend auf breiter Front für die Umstrukturierung der eigentlichen CRM-Software eingesetzt werden.

Diesen Projektbericht können Sie hier herunterladen: Initiates file downloadDownload PDF

Ihr Projekt-Ansprechpartner

Mail to Dr. Martin JungDr. Martin Jung
Bereich Software Engineering Consulting