Architekturgutachten für Netzleitsysteme

Der Auftraggeber

Main-Donau Netzgesellschaft mbH

Die Main-Donau Netzgesellschaft mit Sitz in Nürnberg ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der N-Ergie AG, einem der zehn größten Stromversorger in Deutschland. Bis Ende 2014 unter dem Namen N-Ergie Netz GmbH, betreibt die MDN die Strom-, Erdgas-, Fernwärme- und Wassernetze der N-Ergie AG.

Das 27.000 Kilometer lange Stromnetz und das 4.300 Kilometer lange Erdgasversorgungsnetz ist von der AG an die Gesellschaft verpachtet. Daneben übernimmt die MDN die Betriebsführung für das 320 Kilometer lange Fernwärmenetz sowie für das 2.400 Kilometer lange Trinkwassernetz. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 350 Mitarbeiter in Mittelfranken. 

Das Projekt

Die Main-Donau Netzgesellschaft hat gemeinsam mit mehreren anderen europäischen Netzbetreibern ein Konsortium gegründet, um die Entwicklung der für die Energieversorgung notwendigen Netzleitsoftware im Rahmen einer Open-Source-Entwicklung zu flexibilisieren und zu modernisieren. Ziel des Projekts ist es, einerseits die Abhängigkeit von den Lieferanten der bislang eingesetzten Standardsoftware zu reduzieren, andererseits die Software zu modernisieren und auf die Anforderungen vorzubereiten, die im Zuge des Smart-Grid-Ausbaus entstehen.

Die von allen Netzbetreibern mehr oder weniger gleich genutzte Basisfunktionalität soll dabei durch eine offene Community erbracht werden, lediglich die spezifischen Anpassungen für einen einzelnen Netzbetreiber soll dieser noch selbst leisten müssen. Das Konsortium steuert die Entwicklung der Basisfunktionalität durch Priorisierung von Themen und entsprechende Projektausschreibungen.

Die Architektur der Netzleitsoftware, die aktuell im Wesentlichen Unterstützung für manuelle Schaltvorgänge im Netz leistet, soll in dem Projekt stark überarbeitet werden, um die Anforderungen an Funktionalität, Automatisierbarkeit, Verfügbarkeit, Performance etc., die im Rahmen des Smart Grid notwendig sind, umsetzen zu können.

Unsere Aufgaben

Die develop group wurde beauftragt, eine erste grobe Skizze der Systemarchitektur zu bewerten. Bewertungskriterien waren zunächst die als kritisch erkannten Qualitätsanforderungen wie z. B. Sicherheit, Verfügbarkeit oder Performance. Im Einzelnen haben unsere Berater 

  • die Qualitätsanforderungen analysiert und verfeinert,
  • die grob skizzierte Systemarchitekturvision detailliert,
  • Alternativen der System- und Softwarearchitektur gegenübergestellt,
  • Szenarien aufgestellt, an Hand derer die Systemarchitektur hinsichtlich der relevanten Qualitätsanforderungen bewertet werden kann, und
  • ein Urteil darüber abgegeben, ob die Systemarchitektur auf dem vorliegenden Detaillierungsniveau sowohl realisierbar als auch zukunftsfähig weiterentwickelbar ist.

Die technische Projektumgebung

  • BPMN 2.0
  • JBoss Application Server
  • Talend Data Integration
  • Java Enterprise
  • PostgresQL und Oracle

Das Ergebnis

Das Architekturgutachten wurde erstellt, einer Prüfung durch das Konsortium unterzogen und unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht. Das Gutachten nimmt insbesondere zu den als kritisch identifizierten Qualitätsanforderungen Stellung. Der nächste Schritt besteht darin, dass unsere Berater im Architekturgremium des Konsortiums die zentrale Vision der Architektur aus dem Gutachten weiterentwickeln. Zusätzlich werden im Folgeprojekt Qualitätsmaßnahmen definiert, um die Ergebnisse der Implementierungsprojekte an sich zu prüfen und deren Kompatibilität mit der zentralen Architektur zu bewerten.

Diesen Projektbericht können Sie hier herunterladen: Initiates file downloadDownload PDF

Ihr Projekt-Ansprechpartner

Mail to Dr. Martin JungDr. Martin Jung
Bereich Software Engineering Consulting