Migrationsberatung in der Unterhaltungselektronikbranche

Der Auftraggeber

Metz Consumer Electronics GmbH

Die Metz-Werke in Zirndorf bei Nürnberg sind als Hersteller von Premium-Flachbildfernsehern und Multimediasystemen sowie digitalen Fotoblitzgeräten bekannt.

Das Unternehmen setzt seit der Gründung durch Paul Metz im Jahre 1938 auf den "Standort Deutschland". So werden alle TV-Geräte im Werk in Zirndorf entwickelt und gefertigt.

Die im Premium-Bereich angesiedelten Produkte, die ausschließlich über den Fachhandel vertrieben werden, bedienen eine sehr anspruchsvolle Klientel mit einem besonders ausgeprägten Qualitätsanspruch.

Das Projekt

Die Fernsehgeräte von heute integrieren mehr und mehr Funktionen. Der ehemals eher passive Fernsehzuschauer wird zum aktiven Mediennutzer und Programmgestalter. Er kann zeitversetzt fernsehen, Sendungen in digitaler Höchstqualität auf der Festplatte im Fernsehgerät speichern, das TV-Gerät in sein Heimnetzwerk einbinden und Inhalte aus den unterschiedlichsten Medienspeichern abrufen. Die Grenze zwischen Fernsehen und Internet verschwindet mehr und mehr.

Die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Hard- und Software ist in solchen Systemen erfolgsentscheidend. Das bestehende Softwaresystem der High-End-Fernsehgerätefamilie von Metz war auf einer proprietären Betriebssystemplattform in Kombination mit einem zentralen Multimediaprozessor aufgebaut und hardwarenah in C implementiert.

Nach Abkündigung dieses Multimediaprozessors plante Metz den Umstieg auf einen Prozessor mit Linux-basiertem Betriebssystem und entschied sich gleichzeitig für den Wechsel auf C++ als Implementierungssprache sowie den Umstieg der Entwicklung auf einen agilen Entwicklungsprozess.

Unsere Aufgaben

Die develop group wurde in diesem Zusammenhang beauftragt, Metz bei der Migration beratend zu begleiten. Die Aufgabe untergliederte sich in drei Schwerpunkte:

  • Einführung eines agilen Entwicklungsprozesses: Dem Projekt wurde ein agiler Prozess zugrunde gelegt, um kurze Lern- und Entwicklungszyklen zu erreichen und dadurch den Wechsel von Hardware und Programmiersprache effizient zu gestalten. Eine der Herausforderungen dabei war der Abgleich von kurzen Iterationen in der agilen Softwareentwicklung mit den wesentlich längeren, feststehenden Iterationen der Hardwareentwicklung.
  • Einführung einer UML-basierten Architekturspezifikation: Der zweite Schwerpunkt war die Einführung einer auf UML-basierenden Architekturspezifikation, um die Software klarer zu strukturieren und Codeteile direkt aus dem UML-Modell generieren zu können.
  • Einführung einer Werkzeugkette mit Codegenerierung, automatisierten Tests und kontinuierlicher Integration: Im Zuge dieser Aufgaben haben die Berater der develop group eine Werkzeugkette auf Open-Source-Basis zusammengestellt und individuell für Metz konfiguriert. Diese Werkzeugkette unterstützt effektiv die agile Entwicklung, stellt die UML-basierte Architektur über Codegeneratoren zur Verfügung und integriert die automatisierten Testfälle.

Das technische Projektumfeld

  • Projektmanagement: Trac
  • Betriebssystem: Embedded Linux
  • Implementierungssprache: C++ der GNU-Compilerfamilie
  • Modellierungs-/Generierungsumgebung: Topcased UML
  • Continuous Integration: Jenkins
  • Versionsverwaltung: MKS Source Integrity/Apache Subversion

Das Ergebnis

Das Entwicklungsprojekt ist abgeschlossen und die Fertigungsfreigabe ist erfolgt. Zukünftige Projekte für neue Geräte werden aufgrund der guten Erfahrung nach der gleichen, modernen Entwicklungsmethode durchgeführt.

Der agile Entwicklungsprozess ist etabliert und eingeschwungen. Im Zuge neuer Projekte wird dieser noch weiter optimiert.

Die Entwicklungsmethoden für architekturgetriebene Entwicklung, frühzeitige Tests und kontinuierliche Integration sind eingeführt und werden effektiv eingesetzt.

Die individuell angepasste Werkzeugkette wurde aufgrund der positiven Erfahrungen zusätzlich in zwei weiteren Entwicklungsabteilungen bei Metz ausgerollt.

Diesen Projektbericht können Sie hier herunterladen: Initiates file downloadDownload PDF

Ihr Projekt-Ansprechpartner

Mail to Dr. Martin JungDr. Martin Jung
Bereich Software Engineering Consulting