AVL DiCORE: Modellbasierte, generative Entwicklung von Abläufen für die Kfz-Diagnose

Der Auftraggeber

AVL DiTEST GmbH

Als kompetenter Partner der Motoren- und Fahrzeugindustrie entwickelt und verbessert die AVL-Gruppe alle Arten von Antriebssystemen und stellt mit dem Bereich Motorenmesstechnik und Testsysteme alle Geräte und Anlagen zur Verfügung, die für das Testen von Motoren und Fahrzeugen erforderlich sind. Die Bandbreite der Produkte und Dienstleistungen des international agierenden Konzerns reicht vom einzelnen Messgerät bis zur schlüsselfertigen Übergabe kompletter Prüffelder als Generalunternehmer.

Im Rahmen dieser Zielsetzung rüstet AVL DiTEST Werkstätten und Prüfzentren mit Testsystemen und anspruchsvoller Diagnosetechnik aus. Zu den Produkten von AVL DiTEST gehören sowohl Lösungen für freie Werkstätten, in denen die Diagnosewerkzeuge die gesamte Vielfalt der automobilen Welt abdecken müssen, als auch OEM-Lösungen, die speziell auf die Bedürfnisse einzelner Fahrzeughersteller und Teilezulieferer zugeschnitten sind.

Das Projekt

Die seit mehr als zehn Jahren bewährte und bestens am Markt etablierte Diagnoseplattform von AVL DiTEST wurde mit der Zeit um zahlreiche zusätzliche Funktionalitäten erweitert und an neue Anforderungen angepasst. Dies führte dazu, dass der Änderungs- und Pflegeaufwand für die Software ständig wuchs. Außerdem war abzusehen, dass dieses System auf der bisherigen technologischen Basis die wachsenden Anforderungen des schnelllebigen und innovativen Automotive-Marktes nicht mehr lange zufriedenstellend abdecken würde. Daher fasste man bei AVL DiTEST den Beschluss, die Software der Diagnoseanwendung von Grund auf neu zu entwickeln.

Dabei sollte das Softwaresystem nicht nur auf eine zeitgemäße konzeptionelle und technologische Plattform gestellt werden. Man wollte zugleich die Gelegenheit ergreifen, den Entwicklungsprozess und die Entwicklungswerkzeuge nach dem aktuellen "State-of-the-Art" des modernen Software Engineerings auszurichten.

Das neue System nutzt konsequent die Standard-Schnittstellen der Automobilindustrie und setzt auf eine durchgängig modular gestaltete Architektur, deren grundlegende Elemente ein Bedatungs-Framework und ein schlanker Diagnose-Runtime-Kern sind. Neben einer effizienten Diagnose auf dem aktuellen Stand der Technik bietet das neue System dadurch auch Erweiterungs- und Evolutionspunkte, um die Anforderungen der zu erwartenden weiteren Innovationen in der Automobilbranche abzudecken.

Unsere Aufgaben

Die Entwicklung des neuen Diagnosesystems wurde von den Mitarbeitern von AVL DiTEST und den Beratern der develop group gemeinsam betrieben. Das umfangreiche Domänenwissen der AVL-Mitarbeiter auf dem Gebiet der Automobildiagnose wurde dabei hervorragend ergänzt durch das Know-how der develop-group-Berater über moderne Entwicklungsmethodik, aktuelle Entwicklungs-Frameworks und deren effiziente Nutzung und Integration.

Die Unterstützung durch unsere Berater reichte hierbei von der Analyse des etablierten Altsystems über den Abgleich mit aktuellen und absehbar zukünftigen Anforderungen aus der Automotive-Branche bis hin zur Einführung einer architekturgetriebenen Entwicklungsmethodik und der Etablierung eines neuen agilen Entwicklungsprozesses. Außerdem unterstützten unsere Berater den Auftraggeber bei der Abschätzung von Risiken, insbesondere im Hinblick auf die Integrierbarkeit der neu entwickelten Komponenten mit Teilen der bestehenden Systeme und der bestehenden Infrastruktur.

Erklärtes Ziel des Projekts war ferner der Wissenstransfer und der Aufbau des erforderlichen software-technischen Know-hows im Entwicklungsteam des Kunden, u.a. zur architekturgetriebenen Entwicklung mit Hilfe von UML, zur modularen Entwicklung mit Eclipse RCP und zur Integration von Java-basierten Systemen mit Systemen auf Basis von C++ bzw. C#.

Das technische Projektumfeld

  • Systemplattform: MS Windows
  • Modellierung: Topcased UML, EMF
  • Entwicklungswerkzeuge: Eclipse RCP, Java, EMF, XML, JUnit, log4j
  • MDA/MDD Generator-Framework
  • Datenbank: MS SQL Server, MySQL

Das Ergebnis

Das neue Diagnosesystem ist fertiggestellt und wird in der Familie der Diagnoseprodukte des Kunden in unterschiedlichem Umfang eingesetzt.

Das Architektur- und Implementierungswissen über das Diagnosesystem wurde an den Kunden transferiert. In Kombination mit einer Fernwartungs- und Rückmeldeschnittstelle des Diagnosesystems kann der Kunde so die Qualität der Software mit Hilfe konkreter Einsatzdaten eigenständig verbessern.

Diesen Projektbericht können Sie hier herunterladen: Initiates file downloadDownload PDF

Ihr Projekt-Ansprechpartner

Mail to Dr. Martin JungDr. Martin Jung
Bereich Software Engineering Consulting