Variantenmanagement für die Automobilzulieferindustrie

Der Auftraggeber

Valeo Siemens eAutomotive Germany GmbH,

Über 150 Jahre technologische Innovation, gepaart mit jungem Unternehmergeist für die Zukunft der Mobilität: Die 2016 gegründete Valeo Siemens eAutomotive Germany GmbH vereint als Tochter zweier etablierter Großkonzerne globale Ingenieursexpertise, um die Revolution der Elektromobilität maßgeblich mitzugestalten. Von der Zentrale in Deutschland werden weitere Standorte in Europa und China koordiniert, die für ihre lokalen Märkte und einzelne OEMs individuelle Lösungen entwickeln, von einzelnen Hochspannungskomponenten bis zum komplett elektrifizierten Antriebsstrang. Das Portfolio umfasst Elektromotoren, Range Extender, DC/DC-Wandler, Wechselrichter sowie Onboard-Ladegeräte. Mit seinen Lösungen deckt Valeo Siemens die ganze Bandbreite der Anforderungen an elektrische Fahrzeugantriebe ab und gehört zu den führenden Impulsgebern für die Innovation in der Elektromobilität.

Das Projekt

Die Automobilzulieferindustrie muss unter hohem Kosten- und Termindruck große Stückzahlen unterschiedlichster Bauteile und komplexer Halbzeuge bereitstellen. Um den harten Anforderungen hinsichtlich Kosten, Entwicklungszeit und Qualität gerecht werden zu können, kommt als Grundlage kundenspezifischer Lösungen zumeist eine Produktplattform aus wiederverwendbaren Hardware-, Software- und Mechanikkomponenten zum Einsatz. 

Die Valeo Siemens eAutomotive Germany GmbH stand vor der Aufgabe, eine solche Produktplattform zu entwickeln und deren Anwendung in den OEM-Entwicklungsprojekten zu definieren. Die Produktplattform soll die differenzierten Anforderungen der internationalen Märkte abdecken und eine Basis für die Realisierung unterschiedlichster Kundensysteme bilden. Die Bandbreite reicht dabei von einer reinen Motorenentwicklung bis zum kompletten Antriebsstrang mit zusätzlichen Ladekomponenten für die Batterien. Essenziell für die Leistungsfähigkeit des Produktbaukastens ist vor allem ein intelligentes Variantenmanagement, das eine weitgehend automatische Ableitung von Produktvarianten aus dem Systemarchitekturmodell der Plattform ermöglicht.

Unsere Aufgaben

Die develop group wurde beauftragt, die Valeo Siemens eAutomotive Germany GmbH bei der Definition und Umsetzung einer Modellierungsmethodik für das Plattform- und Variantenmanagement zu unterstützen. Einerseits sollte die Methodik eine Berechnung von Produktvarianten der Systemarchitektur auf Basis vorgegebener Anforderungen erlauben, andererseits auch die Nachverfolgbarkeit (Traceability) gemäß den Entwicklungsstandards CMMI, ISO 26262 und aSPICE gewährleisten. Um die Modellierungsmethodik optimal zu unterstützen und die methodenkonforme Bearbeitung der Plattform- und Variantenmodelle zu erleichtern, sollte insbesondere auch das eingesetzte Modellierungswerkzeug individuell angepasst werden.

Unsere Berater moderierten und begleiteten zunächst die Diskussionen der beteiligten Systemarchitekten, um deren Vorgehen aufeinander abzustimmen und in eine konsistente Modellierungsmethodik zu überführen. Hierbei wurde ein einheitliches Datenmodell für Entwicklungsdaten, Traceability-Informationen und Variantenregeln festgelegt. Außerdem wurde die verwendete Modellierungssprache SysML (Systems Modeling Language) um domänenspezifische Elemente erweitert, um beispielsweise Regeln zur Berechnung von Produktvarianten hinterlegen zu können.

Als Ergebnis entstand eine ausführliche Modellierungsrichtlinie für die beteiligten Systemarchitekten. Um eine effiziente Umsetzung der Modellierungsmethodik zu gewährleisten, wurde außerdem ein kommerziell verfügbares Modellierungswerkzeug (Enterprise Architect) individuell an das domänenspezifische Datenmodell angepasst. Unsere Berater spezifizierten die erforderlichen Modifikationen und Erweiterungen des Standardwerkzeugs und unterstützten den Auftraggeber anschließend bei deren Implementierung.

Das technische Projektumfeld

  • Systemarchitekturmodellierung: SysML und UML mit Enterprise Architect (SparxSystems)
  • Customizing des Modellierungswerkzeugs: Java, C#

Der Projektstatus (Stand: September 2017)

Die Modellierungsrichtlinie liegt in einer freigegebenen Version vor und wird in den Projekten eingesetzt. Hierbei kommen auch die Erweiterungen des Modellierungswerkzeugs zum Einsatz und sorgen für eine effiziente Arbeit.

Aktuell analysieren unsere Berater die Erfahrungen, die bei der Verwendung und Anpassung der Produktplattform in Kundenprojekten gemacht wurden und werden. Dabei wird die Richtlinie schrittweise verbessert.

Diesen Projektbericht können Sie hier herunterladen: Initiates file downloadDownload PDF

Ihr Projekt-Ansprechpartner

Mail to Dr. Martin JungDr. Martin Jung
Bereich Software Engineering Consulting